In der Übersicht: Stadt Schelklingen

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Schelklingen Schlossturm
Urspringtopf
Waltherbrunnen

Chronik

Hausen ist seit der Gemeindereform im Jahr 1972 eine Teilgemeinde der Stadt Schelklingen. Doch unsere Gemeinde hat eine lange und interessante Geschichte. Der Heimat- und Kulturverein Hausen ob Urspring e.V. befasst sich eingehend mit der geschichtlichen und kulturellen Entwicklung unserer Gemeinde. Nähere Informationen erhalten Sie auf der Homepage des Heimatvereins - Link zur Homepage.

Hausen ob Urspring liegt malerisch auf der leicht gewellten Ebene der Schwäbischen Alb und, wie der Name schon sagt, oberhalb des Kessels von Urspring in einer Höhe von 720 m NN. Die Markungsfläche beträgt 11,91 km² (siehe auch Lage und Geschichte). Hausen wird erstmals um 1100 in der Chronik des Klosters Blaubeuren erwähnt. Vermutlich hat Hausen aber schon lange vorher bestanden. Die erste Urkunde, Hausen betreffend, ist aus dem Jahr 1260.

Im Jahr 1806 kam Hausen im Zuge der Neugliederung des Landes zu Württemberg und zum neu eingerichteten Oberamt Urspring. Dieses Oberamt wurde jedoch 2 Jahre später wieder aufgehoben und Hausen wurde dem Oberamt Blaubeuren zugeteilt. Im Jahr 1938 schließlich kam Hausen zum Landkreis Ehingen. Im Rahmen der Gemeindereform wurde Hausen am 01. März 1972 nach Schelklingen eingemeindet. Im Eingemeindungsvertrag und der Ortschaftsverfassung sind wesentliche Punkte der Aufgabenverteilung zwischen der Stadtverwaltung Schelklingen und der Ortsverwaltung Hausen geregelt. Die erste Angabe über die Bevölkerungszahl stammt aus dem Jahr 1810. Damals lebten 298 Einwohner in unserem Ort. Im Jahr 1914 waren es schon 363 Einwohner und 1950 413 Personen. Die 500er Grenze wurde in den 90er Jahren überschritten. Gegenwärtig leben ca. 530 Personen in Hausen.

Neben den landwirtschaftlichen Betrieben gibt es auch einige wenige gewerbliche Unternehmen. Die meisten Einwohner jedoch üben eine Tätigkeit als Arbeitnehmer außerhalb des Dorfes aus. Ein erstes Neubaugebiet entstand ab dem Jahr 1959 im Bereich Staudenäcker auf der Westseite von Hausen. Im Jahr 1975 kam das Baugebiet Südlicher Ortsrand I hinzu. Der zweite Teilabschnitt, Südlicher Ortsrand II, wurde 1982 erschlossen. Im Jahr 1999 wurde im Bereich Staudenäcker ein weiteres Neubaugebiet erschlossen. Hier stehen in den nächsten Jahren noch Bauplätze zur Verfügung. Weitere Baugebiete auf der östlichen Seite von Hausen sind im Flächennutzungsplan 2015 vorgesehen.

Seit seiner erstmaligen Erwähnung um das Jahr 1100 ist Hausen eine katholische Gemeinde. Erst in neuerer Zeit haben sich auch einige Evangelische im Ort niedergelassen. Die einzige Kirche im Ort ist St. Georg. Sie wurde erstmals 1260 urkundlich erwähnt und ist im Kern spätgotisch. Die Kirche wurde im Jahr 1904 stark verändert. Der Turm wurde 1958 umgebaut und besteht in seiner heutigen Form seit 1985. Das Kirchenschiff wurde im Jahr 1988 grundlegend renoviert. Südlich vom Ort an der Landesstraße 240 befindet sich ein Steinkreuz, das im Jahr 1573 als Sühnekreuz ‚von wegen des Totschlags von Hausen' aufgestellt wurde. Näheres hierzu erfahren Sie im Kapitel Christliche Kultur.

Bis in das Jahr 1684 kann in Hausen eine Schule zurückverfolgt werden. Sie ist aber ohne Zweifel älter. Ein eigenes Schulhaus wurde 1779 bei der Kirche erbaut und dadurch der Schulbetrieb verbessert. Im Jahr 1831 wurde der Unterricht in den Schulsaal des neu errichteten Rathauses verlegt. An der Stelle der Dorfhüle wurde 1893 ein staatliches Schulhaus mit Lehrerwohnung gebaut, nachdem der Schulsaal im Rathaus zu klein geworden war. Die Schule in Hausen wurde schließlich im Jahr 1970 geschlossen. Von nun an mussten die Schüler nach Schelklingen in die Schule gehen.

Selbst wenn heutzutage keiner mehr über die Wasserversorgung spricht, weil es jeder gewohnt ist, nur den Wasserhahn aufzudrehen, so stellte die Wasserversorgung Jahrhunderte lang ein großes Problem für die Albgemeinden dar. In den Jahren 1870/71 wurde auf Betreiben des Baurats Karl Ehmann von den Gemeinden Justingen, Ingstetten und Hausen die erste Albwasserversorgung eingerichtet. Der Hausener Schultheiß Glökler wurde für sein Mitwirken an diesem großen Werk mit der silbernen Verdienstmedaille ausgezeichnet. Mit dem ersten Teilabschnitt der Ortskanalisation wurde im Jahr 1957 begonnen. Die Kanalisation war 1963 abgeschlossen und die Abwässer flossen in die Orts eigene Kläranlage. Nach der Eingemeindung wurde 1980 mit der Erbauung des Abwasserzuleitungssammlers Hausen - Schelklingen der Anschluss an die Kläranlage in Schelklingen vollzogen, wodurch die örtliche Kläranlage überflüssig wurde.

Im Jahr 1979 wurde in Hausen die Dorfsanierung durchgeführt. In den Jahren 1982 - 1984 wurde das Bürgerhaus in Hausen von den beiden örtlichen Vereinen, Gesangverein und Sportverein, gebaut. Es wurde auf dem über 100 Jahre alten, ehemaligen Wasserreservoir, das heute noch als Jugendraum benutzt wird, errichtet. Mit unermüdlichem Einsatz und tausenden von Arbeitsstunden haben die Hausener ein Haus gebaut, das nicht nur den Vereinen, sondern auch der Jugend und der gesamten Dorfbevölkerung zur Verfügung steht. Ihm Rahmen der Einweihungsfeier am 12. Juli 1985 wurde den verdienten Vereins- und langjährigen Vorstandschaftsmitgliedern der beiden Vereine Johann Braun, Franz Sailer, Franz Mann und Gebhard Glökler, sowie Ortsvorsteher Josef Albrecht die Landesehrennadel verliehen. Im Jahr 2012 wurde das Bürgerhaus mit einem Anbau versehen, welcher überwiegend in Eigenleistung durch den Sportverein, sowie mit der finanziellen Unterstützung des Entwicklungsprogrammes "Ländlicher Raum" erstellt wurde.

Nachdem 1991 die Räumlichkeiten des örtlichen Kindergartens, der im ehemaligen Schulsaal des alten Rathauses untergebracht war, nicht mehr zeitgemäß waren, musste eine Lösung gefunden werden. Just zu dieser Zeit stand ein landwirtschaftliches Anwesen in der Ortsmitte zum Verkauf. Die Stadt Schelklingen erwarb das Anwesen und baute es mit einem Kostenaufwand von über 1 Mio. Euro zu einem Dorfzentrum um. In diesem Gebäude, das 1993 seiner Bestimmung übergeben wurde, sind der Kindergarten, das Rathaus mit dem Archiv und ein Veranstaltungsraum integriert. In den Nebengebäuden hat die Feuerwehr eine neue Heimat gefunden. Der Bau des Dorfzentrums war das bislang kostenintensivste Projekt in unserer Gemeinde.

Im Jahr 1994 gründeten betroffene Eltern die ‚Interessengemeinschaft Kinderspielplatz Hausen' mit dem Ziel, im Ort einen Kinderspielplatz zu realisieren. Mit annähernd 900 Arbeitsstunden und hohem finanziellen Eigenanteil wurde am westlichen Ortsrand der Gemeinde in der Nähe des Sportplatzes auf einer Fläche von ca. 2300 m² ein Spielplatz gebaut, der sich harmonisch in die Landschaft einfügt und Besucher von nah und fern anzieht. In Hausen gibt es heute zwei Gaststätten, die 'Sonne' und das 'Rößle'. Doch das war nicht immer so. Bis in das 18. Jahrhundert hinein gab es in Hausen keine Gaststätte, weil die Landesherrschaft wegen des Brotneids der Schelklinger Geschäftsleute in Hausen keine Wirtschaft aufkommen lassen wollte. Sicher ist jedoch, dass Ende des 18. Jahrhunderts die sog. Prutschwirtschaft (das heutige Rössle) vorhanden war und sich schon damals im Besitz der Familie Schmuker befand. Der erste Prutschwirt Johann Georg Schmuker war aus Magolsheim nach Hausen gekommen. Heute wird das 'Rössle' von Matthias und Gretel Schmuker bewirtschaftet. Im Jahr 1893 eröffnete Erasmus Baumeister die Wirtschaft Zur Sonne, nachdem er zuvor den ‚Hirschen' im Unterdorf erworben und die Wirtschaftsgerechtigkeit in seinen Bauernhof verlegt hatte. Auch die ‚Sonne' ist noch im Familienbesitz und wird von Wally Baumeister bewirtschaftet.