Venus vom Hohle Fels

Die geschichte der St.Vituskirche

Die archäologischen Untersuchungen des Landesdenkmalamtes im Rahmen der Vergrößerung der Kirche im Jahre 1990 ergaben ein äußerst verwirrendes Bild älterer Baustrukturen, die für eine einfache Dorfkirche ausgesprochen ungewöhnlich ist.
Der Grundriss des ältesten Baubefundes (Bauphase I) lässt keine exakte Datierung zu, es kann lediglich gesagt werden, dass er spätestens im Frühmittelalter entstanden sein muß, in einer Zeit , in der Steinbauweise nur bei Sakral- bzw. herrschaftlichen Bauten üblich waren. Diese Tatsache steht im krassen Gegensatz zu schriftlichen Überlieferungen, die Schmiechen erst 1108 urkundlich erwähnen und aus weiteren Dokumenten keine Rückschlüsse auf eine besondere Bedeutung des Ortes zu ziehen sind.
Auch Bauphase II kann weder exakt datiert werden noch ist die Nutzung eindeutig zu klären. Es kann jedoch nicht ausgeschlossen werden, daß es sich um eine Holzkirche gehandelt hat. Es wurden mehrere Gräber freigelegt, die vermutlich Ausschnitte eines Friedhofes darstellen, der im 8. Jahrhundert belegt wurde. Man kann davon ausgehen, daß die Bestattungen zeitlich gesehen nach der Holzbauphase stattfanden.
Bauphase III lässt eindeutig auf einen Sakralbau schliessen und weisst einen ungewöhnlichen Grundriss auf (siehe dazu weitergehende Beschreibung). Vergleiche mit exakt gleichen Funden aus der Schweiz lassen eine Datierung in das 8. bzw. frühe 9. Jahrhundert zu.
Bauphase IV änderte den Grundriss nur unwesentlich. Eine Datierung ist durch Grundrissvergleiche kaum möglich. Denkbar wäre eine Entstehung im 10./11. Jahrhundert.
Bauphase V : Vergrösserung des Chorraumes, erhöhung des Bodenniveaus des Kirchenschiffes und Bau des Kirchturmes erfolgten etwa Ende 12./ Anfang 13. Jahrhundert.
Mit der gotischen Umbaumaßnahme Ende des 15. Jahrhunderts verlor die Kirche ihre aussergewöhnliche Bauart, die alle Vorgängerkirchen auszeichnete. Sie unterschied sich -abgesehen von der Krypta- in nichts von anderen Dorfkirchen der Region.

Auszug aus der Festschrift zum Abschluß der Erweiterung und Sanierung der Pfarrkirche St.Vitus, Oktober 1997.
Ergebnisse und Aspekte der bauarchäologischen Untersuchung, von Erhard Schmidt (1,389 MB)

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