Venus vom Hohle Fels

Wandervorschlag - Lutherische Berge


Martin Luther, Reformator und Bibelübersetzer, war nie in der Gegend. Dennoch heißt die Landschaft ein paar Kilometer westlich von Ulm, wo die Schwäb. Alb zur Donau hinabsteigt, seit alters her Lutherische Berge. Viktor von Scheffel, Romanautor und Verfasser deftiger Trinklieder, zogs wiederholt auf die konfessionell herausgehobenen Höhen und in die Täler am Albrand. Doch nichts kündet öffentlich von seinen Besuchen. Nur der Gastwirt Simmendinger bewahrt dem Dichter ein ver-schwiegenes Gedenken.
Im „Löwen" von Talsteußlingen, vor dessen Haustür sich ein von der Hüttener Feuerwehr wieder aufgebautes riesiges Mühlrad bedächtig im Wasser des Flüsschens Schmiech dreht, wird das Scheffel-Zimmer in Ehren gehalten. Bilder, ein Zeitungsausschnitt von 1903, eine Postkarte, erinnern an den Verfasser des „Eckehardt", des „Trompeters von Säckingen".
Auf der Schmiechbrücke vor dem „Löwen" hat er geangelt. Das Zimmer im Obergeschoss war sein Nachtquartier, heute Schlafzimmer der Simmendingers, deren Urgroßvater den Dichter laut Zeugenbericht abends mit zwei, drei Schoppen leichten Heilbronner Weins versorgte. Die Lutherischen Berge, ein Gebiet von rd. 70 km², im Norden und Osten vom Schmiechtal begrenzt, westlich und südlich von der B 465, sind ein gutes Wandergebiet. Drei, vier Dörfer nur verlieren sich auf der Hochfläche. Schloss Neusteußlingen, 1581 vom Württemberger Herzog Ludwig an Stelle einer Burgruine errichtet, blickt hinab in das Tal der Schmiech. Das Rautal zieht sich kilometerlang in Schlingen und Kehren über die Höhen, die das Flusstal in Allmendingen um gut 200 Meter überragen. Von Ennahofen aus sind bei ordentlicher Witterung die Alpen zu sehen; nicht nur zum Schloss, auch zum Namen hat Herzog Ludwig der Gegend verholfen. Die Dörfer Ennahofen, Sondernach und Weilersteußlingen nämlich fielen 1581 mit dem Aussterben der Herren von Freyberg auf Burg Steußlingen ans Haus Württemberg zurück. Herzog Ludwig, der in seinen Landen die lutherische Lehre eingeführt hatte, übertrug sie nun auch auf den Besitz über der Schmiech. Drumherum in den Tälern bis nach Oberschwaben blieb die Welt katholisch. Wie überall auf der Alb mangelt es auch hier nicht an Höhlen und Grotten. Im Rautal passiert der Wan-derer die Schunters Höhle, benannt nach dem Uhrmacher Wilhelm Schunter, der dort um 1780 mit seiner Familie lebte. Das Wohnrecht in der Grotte forderte von ihm, nachts auf den umliegenden Kartoffelfeldern Feuer zu schüren, um Wildschweine abzuhalten. In die etwas abgelegene 7 m tiefe Käteren Kuche ist später schon das Tochter Käter umgezogen. An sie erinnert eine Ehinger Narrenzunft mit ihrem Schlachtruf „Kätere Kuche".
Unten am Schmiechtalhang liegen weitere kleinere Grotten und das Kulturdenkmal Pumpwerk. Im Jahr 1870 wurde in Teuringshofen im Schmiechtal das erste Pumpwerk der Albwasserversorgung gebaut. Es ist heute still-gelegt und dokumentiert als kleines Museum die Anfänge der Wasserversorgung auf der wasserarmen Alb.
 
Info:
Kulturdenkmal Pumpwerk; Führungen im Sommer an jedem ersten Sonntag im Monat.
Sonderführungen Tel. 07384/952362.

Freizeit:
Drachen- und Gleitschirmfliegen bei Hütten an Wochenenden.
Anfragen: Ernst Unfried, Tel. 07344/4137.
Anfahrt B 465 über Metzingen, Richtung Ehingen, 7 km hinter Münsingen links ab über Mehrstetten - Gundershofen nach Hütten. Beim „Löwen" in Talsteußlingen hinauf in die Berge.

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Flyer der Stadt Schelklingen

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