Venus vom Hohle Fels

Schlossturm / Burg Schelklingen

Schlossturm Schelklingen

Die Burgruine Schelklingen liegt auf einem Bergsporn, der auf seiner westlichen Seite weit in das von der Urdonau gebildete Schelklinger Tal hineinreicht. Auf seiner anderen Seite wird er vom tief eingeschnittenen Längental begrenzt. Im Osten und Westen fällt der Sporn steil in das Tal ab, im Süden senkt er sich zur Stadt Schelklingen, vor der er mit einer Felskluft endet. Der Turm der Burgruine (621,5 m über NN) steht zwar auf dem höchsten Punkt des Sporns, beide werden jedoch im Norden von der Albhöhe deutlich überragt. Vom Schelklinger Burgturm bietet sich daher kein Blick über die Alb oder über das Hochsträß nach Oberschwaben, wohl aber eine bemerkenswerte Aussicht in das Schelklinger Tal mit seinen Seitentälern.

Schlossturm Schelklingen

Versuch einer Rekonstruktion der Stadt Schelklingen mit Schloß im Mittelalter, um 1910 von dem Ulmer Burgenmaler K.A. Koch gefertigt.
Die Rekonstruktion entspricht nicht gänzlich den Befunden im Gelände, kann aber dennoch einen Eindruck von der Burg geben. Unter der Burg die Stadt Schelklingen mit Stadtmauer. Vor der Stadt an der Ach stand die Stadtmühle. Links unten gibt Koch die Wappen der Grafen von Schelklingen-Berg sowie der Stadt Schelklingen wieder. Die Stadt leitete ihr Wappen - ein von rot und silber fünfmal schräggeteilter Schild - von den Grafen von Schelklingen-Berg ab. Es ist bis heute das Stadtwappen.

Schlossturm Schelklingen

Die Burg Schelklingen wird wie der Ort Schelklingen erstmals im Jahr 1127 im Zusammenhang mit der Gründung des Klosters Urspring erwähnt. Das Kloster kann man von der Aussichtsplattform gut sehen. Die Burg war damals im Besitz einer edelfreien Familie von Schelklingen, über die ansonsten nur wenig bekannt ist. Hundert Jahre später, im Jahr 1234, befindet sich die Burg im Besitz der mächtigen Grafen von Berg. Schelklingen war damals bereits zur Stadt erhoben. Möglicherweise sind Burg und Stadt um das Jahr 1200 auf dem Erbwege von den Edelleuten von Schelklingen an die Grafen von Berg gekommen.

Schlossturm Schelklingen

Mit den Grafen von Berg beginnt die Glanzzeit der Schelklinger Burg. Um 1242 verlegt die Hauptlinie der Grafen ihre Residenz nach Schelklingen. Fortan nennen sie sich nach der Burg Schelklingen Grafen von Schelklingen-Berg.
Es waren unruhige Zeiten. 1246 wurde der thüringische Landgraf Heinrich Raspe von der päpstlichen Partei in der Auseinandersetzung mit dem staufischen Kaiser Friedrich II. zum Gegenkönig erhoben. Im Frühjahr 1247 belagerte Heinrich Raspe Ulm und Reutlingen. Dabei wurde auch das Kloster Urspring zerstört. Ohne Zweifel veranlassten diese Kämpfe die staufertreuen Grafen von Schelklingen-Berg, die von den Herren von Schelklingen übernommene Burg grundlegend zu modernisieren. Nach einer dendrochronologischen Untersuchung (Bestimmung der Jahresringe) original vermauerter Hölzer im Eingangsbereich der Burg wurde der Turm um 1265 in seiner heutigen Form errichtet. In diese Zeit weisen auch die Buckelquader, mit denen der Turm verkleidet wurde, und die frühgotischen Formen des Fensterchens unter der Plattform.

Schlossturm Schelklingen

Auch die übrigen Reste der Burg dürften in diese Zeit zu datieren sein. Von der älteren Burg der Edelfreien von Schelklingen ist dagegen nichts mehr erhalten.
Burg Schelklingen blieb noch bis in die Mitte des 14. Jhs. Residenz. Der letzte, kinderlose Graf von Schelklingen-Berg übereignete seine Herrschaft in den Jahren 1343 und 1346 an die Habsburger, die Schelklingen bis 1806 regieren sollten. Allerdings sahen sie sich in Finanznöten bald gezwungen, die Herrschaft zu verpfänden.
Aus der habsburgischen Zeit Schelklingens haben wir nur wenige Nachrichten über die Burg. Zu Beginn des 16. Jhs. war sie nachweislich nur noch von Wächtern bewohnt. Wenige Jahrzehnte später galt sie schon als so ruinös, daß eine Instandsetzung nicht mehr lohnte. Der damalige Pfandherr Konrad von Bemelberg, als Landsknechtobrist sicher nicht der militärischen Unkenntnis verdächtig, befand die Gebäude als völlig untauglich und zog es vor, sich in der Stadt Schelklingen ein neues Anwesen zu bauen.
Soweit die Gebäude noch standen, dürften sie bei den endlosen Truppendurchzügen des Dreißigjährigen Kriegs (1618 - 1648) endgültig zerstört worden sein. Als der Frieden wieder eingekehrt war, schenkten die Habsburger die Steine von der Burg den Ehinger Franziskanern zum Bau ihres Klosters.

Schlossturm Schelklingen

Mit der Zeit verschwanden sämtliche Gebäude der Burg bis auf geringe Mauerreste. Nur der Turm blieb unversehrt erhalten. Erst am Ende des 19. Jhs. wurde die Burgruine, die mittlerweile in den Besitz der Stadt Schelklingen gelangt war, auf der Grundlage eines neu erwachten Interesses an der Heimatgeschichte wiederentdeckt. 1896 - 1897 wurde der Turm durch die Stadt Schelklingen und den Schwäbischen Albverein renoviert. Dabei wurde vor allem die heutige Zugangstreppe und Eingangstür im Turm angebracht, die die alte Eingangstür ersetzte. Wenig später folgten erste Ausgrabungen und Vermessungen durch den Ulmer Burgenforscher Konrad Albert Koch. 1990 untersuchte Burgenforscher Stefan Uhl erneut die Burg. Nach umfangreichen Renovierungsmaßnahmen durch die Stadt Schelklingen wurde sie 1999 seit Jahrzehnten erstmals wieder der Öffentlichkeit zugänglich gemacht.

Der Schlossturm ist von April bis September jeweils am 1. Sonntag im Monat von 14:00- 17:00 Uhr geöffnet.
Sonntag, 07.05.2017, 04.06.2017, 06.08.2017 und 03.09.2017.
Eintritt laut Aushang.
Führungen vermittelt der Verein zur Pflege des Brauchtums Schelklingen.
Bitte melden Sie sich an bei:
Engelbert Heuschmid Telefon (0 73 94) 8 97 oder
www.schelklinger-waldhutzla.de

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Flyer der Stadt Schelklingen

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